ET + 6: Kind 2 ist da :-)

Da es eine sehr sehr schnelle Geburt war, hier auch gleich der Geburtsbericht:

An ET+5 war ich morgens zur CTG-Kontrolle bei meiner Hebamme und man sah zwei Wehen, die ca. 1 1/2 Minuten lang waren, aber kaum zu spüren. Den Tag über kamen solche Wehen noch ein paar mal. Abends sahen wir uns den neuen Thor-Film im Kino an (Kind 1 war bei den Großeltern) und währenddessen hatte ich vielleicht vier oder fünf Wehen und begann langsam Hoffnung zu entwickeln, dass sich damit nun doch die Geburt ankündigte. Auf der Heimfahrt verschwanden allerdings fast alle Wehen wieder. Ich ging gegen zwölf Uhr ins Bett. Kurz nach drei kam M. ins Bett und ich merkte die erste Wehe, die wirklich schmerzhaft war. Sofort wusste ich wieder, warum die Dinger Wehen heißen und warum man diesen Schmerz so schnell verdrängt. Ob das jetzt allerdings der endgültige Geburtsbeginn sei, darüber war ich mir immer noch nicht im klaren. Der Wannentest zeigte nur, dass ich die Wanne doof fand und so schnell wie möglich wieder raus wollte. Ich sagte M. , dass er noch versuchen solle etwas zu schlafen und ich schon Bescheid sagen würde, wenn sich was verändert. Beim nächsten Gang auf die Toilette sah ich, dass ich blutete und es kam mir nach relativ viel Blut vor. Ich informierte M. (der natürlich keine Zeit gehabt hatte zu schlafen), dass ich das gerne abklären lassen würde und es folgte ein komplett hektischer Aufbruch ins Krankenhaus. Wir haben es aber geschafft, an alles wichtige zu denken und sogar ein bisschen Trockenobst als Snack einzupacken.
Verbessert hat die Situation nicht, dass es nun quasi kaum noch Wehenpausen gab. Auf dem Weg ins Krankenhaus war natürlich jede Ampel rot. Gerade als M. sich nicht sicher war, die richtige Abbiegung genommen zu haben, merkte ich, wie der Kopf des Kind deutlich tiefer rutschte und ich eigentlich mitschieben wollte. Zwei Minuten später waren wir zum Glück am Krankenhaus. Auf dem Weg zum Kreißsaal (im Rollstuhl) kam die nächste Presswehe, in der ich es schaffte nur ganz sanft und ganz minimal mitzuschieben.
Danach schaffte ich es auch noch zu sagen: “Hallo ich habe Wehen und Blutungen.” Wir wurden in einen Kreißsaal gebracht, die Hebamme half mir aus den Rollstuhl und dem ersten Hosenbein. Die nächste Presswehe kam und ich spürte nun deutlich, dass der Kopf kurz vorm Ausgang stand. Die Fruchtblase platzte und ich schaffte es irgendwie aus dem zweiten Hosenbein. Dann wurde der Kopf geboren. Die Ärztin kam glaube ich erst danach ins Zimmer. Es brauchte noch zwei Wehen für den Rest des Körpers. Um 3.59 Uhr war Kind 2 da. Damit hat seine Geburt insgesamt keine ganze Stunde gedauert. Alle Beteiligten waren vollkommen überrumpelt von dieser Schnelligkeit. Nur Kind 2 chillte vollkommen entspannt auf meinem Bauch. Er trank nach einigen Schwierigkeiten beim Andocken erstmal ausgiebig und die Plazenta wurde geboren. Aufs Bett habe ich es übrigens erst nach der Geburt geschafft. Das Baby kam im Stehen, obwohl die Hebamme mich lieber im Vierfüßler gehabt hätte.

Ich bin unglaublich froh, dass wir keine zehn Minuten länger mehr zu Hause gewartet haben, sonst wäre Kind 2 wohl vor dem Krankenhaus geboren worden.
Es geht trotz dieser Rasanz aber aller gut. Ich musste nirgends genäht werden und mein Kreislauf normalisierte sich im Laufe des folgenden Tages.
Heute (einen Tag später) sind wir nach Hause gegangen und haben einen ersten trubeligen, aber insgesamt entspannten Tag zu viert verbracht. Kind 1 ist sehr liebevoll mit seinem kleinen Bruder. Man merkt aber auch, dass die Situation sehr viel für ihn ist und recht schwer zu fassen. Kind 2 ist bislang sehr entspannt, schläft tagsüber viel und verarbeitet alles erlebte abends mit Dauerstillen. Mal gucken, wie unsere zweite Nacht zusammen wird.

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ET + 2

Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, ich hätte das Baby schon bekommen. Nein. Ich bin weiter kugelrund und werde immer schwerfälliger.
Dass das Wochenende in Sachen Geburt ungenutzt verstrichen ist, hat mir gar nicht so viel ausgemacht wie erwartet. Heute ist der erste Tag, an dem ich unruhig werde und mir wirklich wünsche, es würde nun bald los gehen. Das liegt vermutlich auch daran, dass jeder bekannte Mensch (und oft genug auch Unbekannte) der mich trifft, nachfragt und kurz über übertragene Kinder, Geburtseinleitungen oder anderes in diesem Zusammenhang plaudert. Das kann ich natürlich auch verstehen und ich würde es genau so machen, wenn ich eine Bekannte in dieser Situation hätte. Aber für die Person die schwanger ist, nervt es doch sehr.
Ansonsten habe ich jeden Abend das Gefühl, es könnte sich an der Wehen-Qualität was in Richtung Geburt verschoben haben und dann ist das meist nach drei, vier Wehen dieser neuen Qualität auch vorbei. Ich gehe ins Bett und es passiert nichts weiter. Dann wache ich immer etwas enttäuscht auf. Das ist auf Dauer natürlich auch frustrierend und ich werde wohl mehr meditieren müssen, um die acht bis zwölf Tage, die es längstens noch dauern kann gut zu überstehen.
Kann man im Krankenhaus eigentlich darum bitten eine Ausnahme zu machen und länger als zehn, nämlich dreizehn Tage mit der Einleitung zu warten, weil man gerne noch auf den Laternenumzug des älteren Kindes gehen möchte? Ich werde das mal ausprobieren, denn Kind 1 freut sich seit Wochen auf den Laternenumzug und hat mir heute seine fertige Laterne präsentiert. Und ich muss sagen, dass ich beeindruckt bin. Es ist ein wirklich schönes gelbes Einhorn 🙂 Vier gelbe Hexentreppen-Beine, eine gelb beklebte Weintraubenschachtel als Körper, gelbes Krepppapier mit einem blauen, glitzernden Streifen als Schwanz, gelbe Wellpapier-Flügel und eine Walnussschale als Horn. Den Kindern wurde in der Kita komplett freigestellt, was sie machen möchten und wie sie das ausgestalten und das Konzept ist perfekt aufgegangen. Der Gruppenraum hängt inzwischen voll mit sehr individuellen und sehr phantasievollen Laternen. Das einzige, was mir zu diesem Laternenumzug dazwischen kommen könnte, wäre eine Geburt. Sollte es genau am Tag des Umzugs los gehen, täte mir das furchtbar leid, denn die Großeltern würden mit Kind 1 wohl nicht dorthin gehen. Sollte das Baby schon da sein und ich nur noch nicht wieder zu Hause, würde Kind 1 natürlich mit M. gehen. Das wäre schon super und ich nur ein bisschen traurig. Also hoffe ich mal, dass sich alles laternenumzugsmäßig fügt.

Ich wär dann soweit…

… aber wer weiß, wann Kind 2 soweit ist und es für richtig befindet auf die Welt zu kommen.
Seit Beginn der Schwangerschaft hab ich mir und allen anderen immer wieder gesagt, dass ich bestimmt über den Termin gehen werde, dass ich glaube der ET mit dem die Frauenärztin rechnet falsch ist und drei oder vier Tage später realistischer wäre, dass Kind 1 ja zehn Tage nach seinem Termin kam und Kind 2 ihm das bestimmt nachmachen wird. Nun ist morgen der von der Frauenärztin bestimmte Geburtstermin und ich kann nicht leugnen, dass ich doch langsam nervös werde. Ich wollte dieses Datum doch vollkommen kalt an mir vorüber ziehen lassen. Aber das klappt so nicht ganz.
Seit gestern, als Schwangerschaftswoche 39+5 habe ich so ein Gefühl, dass jetzt alles Bereit ist. Ich habe alles an Vorbereitungen getroffen, die ich treffen wollte. Die Wohnung ist auch endlich dezent herbstlich/ winterlich dekoriert. Das war mir irgendwie noch ein Anliegen.
Kind 1 übernachtete von gestern auf heute bei den Großeltern. Und ich saß auf dem Sofa und plötzlich überkam mich dieses Gefühl. Ich sagte zu Kind 2 sowas wie “Ready when you are.” Und dass ich mich freuen würde, ihn bald kennen zu lernen. Mal gucken was er draus macht. Es fehlen ja auch nur noch vernünftige Wehen. Der Muttermund ist mittlerweile drei cm geöffnet. Übungswehen waren auf dem letzten CTG alle fünf Minuten zu sehen, nur gespürt haben weder ich noch Kind 2 die. Also würde ich mich da auch über kräftigeres freuen.
Wie es mir gehen wird, wenn der ET verstreicht, ohne das sich was tut, weiß ich nicht. Ich habe die Befürchtung, dass ich grade etwas zuviel Hoffnung auf eine kurz bevorstehende Geburt aufbaue….
Wenn ich dazu komme, werde ich nächste Woche mal über meinen Gemütszustand berichten. Und bis dahin trinke ich Tee mit Zimt und Kardamom und nehme warme bis heiße Bäder.

same procedure?

Momentan fühle ich mich ein bisschen wie in “Täglich grüßt das Murmeltier”, nur dass ich statt jedem Tag das Selbe, in jeder Schwangerschaft das selbe erlebe.

Meine Frauenärztin unkt, wir hätten uns heute zum letzten Mal vor der Geburt gesehen. Ich kann mich gut erinnern, dass sie in der Schwangerschaft mit Kind 1 ab der 38. Woche auch immer überrascht war, mich wiederzusehen.
Mein Muttermund ist heute 2-3 cm geöffnet und alles ist scheinbar sehr weich. Ein schöner geburtsreifer Befund. Ich kann mich gut erinnern, dass ich den bei Kind 1 zwei Wochen vor dem errechneten Termin auch hatte.

Kind 1 kam 10 Tage nach dem errechneten Termin und wer weiß, wann er gekommen wäre, wenn nicht eingeleitet worden wäre. Soviel also zum Thema der kurz bevorstehenden Geburt. Ich glaub da nicht dran, weil ich das letzte Mal so gerne daran glauben wollte und dann von jedem Tag doch sehr frustriert war.

In zwei Wochen werde ich noch einmal zur Frauenärztin gehen. Nur um ihr zu beweisen, dass ich noch schwanger bin und dann mache ich solange es geht den Rest der Vorsorgen bei meiner Hebamme. Die kommt am errechneten Termin aus dem Urlaub zurück und es ist bestimmt nett da alle zwei Tage vorbei zu schauen. Mal gucken, wann es ihr zu viel wird und sie mich zur Kontrolle ins Krankenhaus schickt.
Apropos Hebamme: Ich finde es eine Schweinerei, dass ich im Moment keine Hebamme finden kann, die noch geburtsvorbereitende Akupunktur anbietet. Das hat mir letztes Mal echt gut getan und ich hätte es liebend gerne wieder machen lassen. Allerdings trägt die Versicherung das nicht mehr. Die Situation der Hebammen ist mies und wird immer mieser, das wissen wir alle. Deshalb wollte ich das nochmal gesagt haben. Geht zu allen Protesten auf die ihr aufmerksam werdet. Unterschreibt jede Petition. Akupunktur ist nur der Anfang, viele Frauen werden im Wochenbett nicht mehr betreut, können keine Hausgeburten haben oder werden sogar am Kreißsaal abgewiesen und diese Einschränkungen halte ich für unerträglich.

Geburtsvorbereitung

Ich bin jetzt in der 38. Woche der Schwangerschaft mit Kind 2. Es geht mir sehr gut und zwischendurch hab ich manchmal das Gefühl, ich müsste Vorbereitungen treffen. Am nächsten Tag ist dieses Gefühl schon wieder verschwunden, aber natürlich beschäftige ich mich einfach viel mit der bevorstehenden Ankunft des neuen Erdenbürgers. Das teilt sich in drei bereiche auf: 1. medizinische Vorbereitung und Planung. 2. mentale und körperliche Vorbereitung und Planung. 3. räumliche Vorbereitung und Planung. Klingt gut organisiert, oder? Mein Wuselkopf ist jedenfalls zufrieden damit.

medizinisch:
Aus irgendwelchen Gründen hat meine Frauenärztin mir schon vor drei Wochen eine Überweisung zur Geburtsplanung und zur Entbindung in den Mutterpass gelegt. Wahrscheinlich wird sie einfach vorsichtiger, sobald man sich dem errechneten Geburtstermin auf ein paar Wochen nähert. Ich bin mir allerdings nach wie vor sicher, dass ich mindestens bis in den November hinein Zeit habe mit Geburtsvorbereitungen.

Kind 1 hatte es ja überhaupt nicht eilig. Nach 9 Tagen wurde die Geburt bei ihm eingeleitet. Das war für mich vollkommen ok, ich wollte zu diesem Zeitpunkt auch einfach nicht mehr länger warten und hatte die letzten Tage immer stärker werdende körperliche Probleme. Heute denke ich, dass diese eine direkte Spiegelung meiner inneren Unruhe waren und das würde ich bei Kind 2 nun gerne vermeiden. Ich warte also nicht auf den Stichtag (der ja bekanntlich eh nichts aussagt…), sondern verlasse mich mehr auf mein Gefühl. So zumindest der Plan.
Es war also kein wirkliches Problem für mich, dass das Krankenhaus mir dann doch erst in der 38. Schwangerschaftswoche einen Termin zur Geburtsplanung geben konnte. Der fand gestern statt. Und wenn wir mal ehrlich sind, hätte es diesen Termin auch nicht gebraucht. Das wird jetzt aber scheinbar standardmäßig so gemacht. Bei Kind 1 habe ich einfach mit einer Hebamme kurz über meine Wünsche und Vorstellungen geredet und das war’s.
Diesmal hat eine Hebammenschülerin die Anamnese mit mir gemacht, bevor ich eine halbe Stunde auf den Oberarzt wartete. Dieser spulte sein anscheinend übliches Programm ab:
Er erklärte mir als erstes Mal unter welchen Voraussetzungen es zu einem Kaiserschnitt kommen könnte, welche Schmerzmittel mir zur Verfügung stünden und zu welchen Eingriffen es während der Geburt noch so kommen könnte. Ich hoffe, dass er dabei immer im Kopf hatte, dass ich schon ein Kind geboren habe und viel von dem was er erzählt einfach schon weiß, denn als Erstgebärende ohne klare Vorstellungen, hätte mich das geballte medizinische Vokabular vermutlich doch stark verunsichert. So konnte ich das Ganze aber gut an mir vorbeilaufen lassen und erwähnte zwischendurch nachdrücklich, dass ich gerne wieder eine Wassergeburt versuchen wollen würde und erstmal nicht damit rechne, Schmerzmittel zu brauchen.
Zumindest die Sache mit dem Wasser begrüßte er sehr und vermerkte es auf meiner Akte. Das war für mich die Hauptsache, deshalb bin ich im Grunde überhaupt zu dem Gespräch gegangen.

Damit ist denke ich alles medizinische geregelt und ich gucke mal, was bei der Frauenärztin in den nächsten Wochen so für Entwicklungen festzustellen sind. Die Vorsorge mache ich momentan im Wechsel bei der Hebamme und der Ärztin. Ab dem errechneten Termin (ich mag den Ausdruck “Ratedatum” dafür inzwischen auch gerne ;-)), möchte ich ausschließlich zur Hebamme gehen.
Da läuft doch alles etwas entspannter ab und vor allem die Arzthelferinnen aus der FÄ-Praxis nerven mich nicht. Die versuchen bestimmt nett zu sein, aber es hilft nicht, wenn sie mir jeden zweiten Tag den Tipp geben Fenster zu putzen und Treppen zu steigen, damit das Kind “jetzt aber mal” kommt. Ich denke meine Hebamme hat da qualifiziertere Dinge zu bemerken und ist grundsätzlich eine so entspannte Person, dass es zu meiner momentanen Grundstimmung einfach besser passt.

mental und körperlich:
Diese ganze Entspannungskiste ist mir mit voranschreitender Schwangerschaft ein immer größeres Anliegen geworden. Denn, wie schon gesagt, möchte ich vor Allem große Unruhe und Nervosität vor der Geburt vermeiden. Ich denke damit kommt nämlich Anspannung und Angst und das muss ja nicht sein.

Bei der Geburt von Kind 1 habe ich gemerkt, dass ich gut mit den Wehen klar kam, solange ich ganz bei mir bleiben und in Ruhe konzentriert atmen konnte. Um das diesmal noch besser nutzen zu können, suchte ich nach Entspannungstechniken und Atemübungen aus dem Hypnobirthing. Davon hatte ich schon ein paar mal am Rande gehört, mir aber noch nie so richtig Gedanken darum gemacht. Je mehr ich dann aber las, desto interessanter fand ich den Ansatz der Selbsthypnose unter der Geburt und schließlich entschied ich mich, das Standardwerk dazu mal zu lesen.
Ich muss sagen, dass ich dem ganzen Konzept nicht zu 100% vertraue. Eine schmerzfreie und vollkommen entspannte Geburt, die sich quasi wie von selbst erledigt (so klingt es an manchen Stellen im Buch), halte ich einfach für unrealistisch. Womit ich aber auf jeden Fall gut arbeiten kann, sind die Visualisierungen, die Entspannungsübungen und vor allem die Atemtechniken. Entspannungs- und Wellenatmung übe ich im Moment also täglich, um sie unter der Geburt dann vollkommen sicher anwenden zu können und bei der sog. Regenbogenentspannung schlafe ich seit einer Woche zuverlässig ein. Die Autorin des Buches behauptet, dies sei ein gutes Zeichen… Es sind auch noch einige Massagetechniken für die Geburtsbegleitung beschrieben, die ich mir sehr hilfreich vorstelle. Ich habe M. das Buch mal hingelegt und bislang hat er es halbherzig angefangen zu lesen. Der Plan ist aber, es mit in die Kliniktasche zu packen. So kann er mir während der Geburt vielleicht auch Übungsanweisungen vorlesen, ohne dass wir die im Vorhinein zusammen geübt haben müssen. Mal gucken, ob das so funktioniert.

Den Punkt den ich übrigens an der ganze Methode am kritischsten sehe, ist die intensive Geburtsplanung und Visualisierung des Geburtsablaufs. Ich habe das Gefühl, dass es mich komplett aus dem Konzept bringen würde, wenn dann auch nur eine Sache anders kommen würde, als ich es mir vorgestellt habe und das würde wieder in den Verunsicherungs- und Anspannungskreislauf führen aus dem ich ja hinaus möchte. Aber das ist natürlich auch nur mein Gefühl und meine Meinung, andere Menschen haben sicher ganz andere Erfahrungen und funktionieren ja auch anders.
Schön finde ich am Hypnobirthing die Grundeinstellung, dass eine Geburt ein natürlicher Vorgang ist und nicht unnötig pathologisiert werden muss. Selbstverständlich bin ich dankbar für die moderne Medizin und stehe jedem Arzt und jeder Ärztin aufgeschlossen gegenüber. Ich möchte auch Eingriffe überhaupt nicht kategorisch ausschließen. Natürlich kann es sein, dass ich nach 18 Stunden Wehen vollkommen am Ende bin und dann werde ich, um eine Pause zu haben, gerne eine PDA in Anspruch nehmen und natürlich kann es auch sein, dass Kind 2 sich nicht von alleine richtig dreht und die Geburt durch einen Kaiserschnitt erfolgt. Ich bin froh, dass wir in solchen und anderen Fällen nicht mehr vollkommen ausgeliefert sind und uns keinen schlimmen Schicksalen beugen müssen. Aber ich denke doch, dass in vielen Krankenhäusern den Müttern vielleicht auch etwas von ihrer Autonomie abgesprochen wird, wenn bspw. zwei Tage nach ET eine Einleitung einfach aus Prinzip und ohne weiteren Grund durchgeführt wird. Könnte man da nicht etwas mehr auf den natürlichen Vorgang der Dinge vertrauen und ein paar Tage länger warten?

Alles in Allem versuche ich also darauf zu vertrauen, dass ich, mein Körper und Kind 2 gut dafür ausgelegt sind, die Geburt hinzukriegen und dabei so entspannt wie möglich bleiben können. Wie das im Endeffekt klappt, wird sich zeigen.
Mein Körper scheint sich aber schon gut darauf einzustimmen. Übungswehen habe ich täglich so 5-10, die ich wahrnehme. In den letzten Tagen ziehen die sogar manchmal etwas in den Beinen und im Unterleib. Dass sie muttermundwirksam sind, würde ich aber bezweifeln, denn sie sind nie länger als 1 Minute.

Zu dem Gedanken, dass die Geburt ein natürlicher Vorgang und Schwangerschaft keine Krankheit ist, gehört auch, dass ich mich nicht übermäßig schone. Hier steht einfach täglich viel an und solange ich mich nicht schlecht damit fühle, versuche ich das alleine zu bewältigen. Im Moment habe ich das Bedürfnis mich viel zu bewegen und so mache ich die täglichen Erledigungen wieder mit dem Fahrrad. Das hatte ich von der 26. bis zur 36. SSW aufgegeben, da meine Frauenärztin größere Bedenken anmeldete, ob des früh verkürzten Gebärmutterhalses.
Jetzt fühle ich mich gut damit und nutze es als körperliche Vorbereitung auf die Geburt. Das Becken wird locker und die Oberschenkelmuskulatur wird trainiert.

räumlich:
Unsere Wohnung sieht noch so gar nicht auf ein Baby vorbereitet aus. Richtig viel ist da aber auch nicht zu tun, bei Kind 1 standen Wiege, Kinderwagen und Bettchen nur einfach schon viel früher herum, deswegen wundere ich mich manchmal etwas.
Geplant ist, nächsten Sonntag mal etwas umzuräumen. Der Wickeltisch wird wieder nach hinten hinaus verlängert, Regal und Wärmelampe werden darüber montiert. Und dann sollte auch Platz sein, die ganze Babykleidung aus dem Keller nach oben zu bringen, endgültig zu sortieren und einzuräumen.
Das ist aber auch schon das einzige, was ich bis zur Geburt wirklich erledigt haben möchte. Und auch damit sind wir dann, meinem Gefühl zu Folge früh dran. Längerfristig wird der Mal- und Basteltisch von Kind 1 aus dem Wohnzimmer ins Arbeitszimmer umziehen, um an seine jetzige Stelle ein Lammfell zu legen und ein Mobilé darüber anzubringen. Aber in den ersten Lebenswochen des Kind 2 wird dafür wohl noch kein Bedarf bestehen.
Wie sich die Schlafsituation gestaltet, werden wir in ebendiesen Wochen sehen. Im Keller lagert ein weiterer Lattenrost, um das Familienbett bei Bedarf auf 2,90 m (dekadent, ich weiß :-P) zu verbreitern. Beiden Kindern stehen aber auch eigene Betten zur Verfügung, die sie vielleicht nutzen möchten. Da gucken wir einfach was passiert und handeln spontan.

Die letzte Vorbereitung die dann noch getroffen werden muss, ist das vorsorgliche Ausfüllen der Elterngeldanträge. M. wird in den ersten beiden Lebensmonaten in Elternzeit gehen und ich beantrage 12 Monate Elterngeld. Wir haben nun schon einige Male von Fällen gehört, in denen die Bearbeitung der Anträge drei Monate gedauert hat. ich hoffe, dass es bei uns etwas schneller geht, denn zwei Monate (in denen auch Weihnachten liegt) mit einem Kleinkind und einem Neugeborenen komplett ohne Gehalt zu überbrücken, dürfte unangenehm werden. Wir haben Rücklagen für so einen Fall, aber ich tue mich immer sehr schwer damit an diese eiserne Reserve ran zu gehen…

Ich bin jedenfalls neugierig, wie sich hier alles weiter entwickeln wird und ich der Zwischenzeit genieße ich die schönen Spätsommertage und bastel ab dem Wochenende, an dem es ja wieder regnen soll, mit Kind 1 an unserem Jahreszeitentisch herum. Mal gucken, was ihm und mir dazu so einfällt.

Diese Riesenpausen zwischedrin und was in ihnen passiert…

Oh, der letzte Beitrag erschien hier ja im Juni und davor gab es einen über unseren Alltag im April.
Herrje.
Ich werde mich nicht lange mit Ausreden aufhalten. Ich bin einfach zu faul für regelmäßiges bloggen und so richtig interessante Themen habe ich gefühlt auch nicht. Mal gucken, wohin das noch führt. Wenn jemand Anregungen hat, worüber ich schreiben könnte, dann immer gerne her damit.

Es gab mal die Idee in meinem Kopf mehr über die Weise zu berichten, wie wir mit der Milch-, Ei, Weizen- und Nuss- Allergie von Kind 1 umgehen. Das wären dann hauptsächlich Rezepte und Produktempfehlungen. Bräuchtet ihr sowas? Lasst es mich gerne wissen.

Bis es möglicherweise dazu kommt nun aber mal das große Update zu unserem Leben. Im letzten Update-Post sprach ich, soweit ich mich erinnere über die neue Wohnung und das neue Baby. Dann fange ich damit auch mal wieder an. Außerdem wird das Thema Studium mal geschnitten werden müssen und Kind 1 hat sich wahnsinnig entwickelt im letzten halben Jahr. Dazu später mehr, oder sogar einen separaten Beitrag.
Aber von vorne:

Wohnung
Wir sind im Mai aus unserer WG in eine kleinere, dafür aber deutlich hellere Wohnung umgezogen. Es war perfekt und ist es immer noch. Nicht zuletzt das viele Licht, das durch die großen und günstig positionierten Fenster einfällt macht mich fröhlich. Ich genieße das sehr und es war also ein Sommer auf der positiven Seiten. Wie der Winter wird muss man dann sehen, aber ich bin durch den Park, der ca. 50 Meter rechts von unserer Haustür beginnt, relativ optimistisch, dass ich auf der positiven Seite bleiben und weiterhin viel frische Luft genießen kann. Kind 1 liebt an den großen Fenstern übrigens hauptsächlich, dass er auf der Fensterbank sitzend Leute in den Park rein und raus spazieren sehen kann. Das beliebteste Schauspiel: Plötzlich einsetzender Regen 😀

Baby
Die Schwangerschaft fing ja schon etwas komplizierter an, als die mit Kind 1. Ich hatte ab der siebten Woche immer mal wieder Blutungen. Die haben mich an sich gar nicht so sehr beunruhigt, da ich meinem Körper vertrauen konnte und durchgängig auf das gute und nicht alarmierte Gefühl gehört habe, das er mir gab. Doof war, dass natürlich immer sofort Schonung verordnet wurde. Kein Sport, nichts Schweres heben und keinen Sex. Hmmpf.
Nachdem die Blutung aufgehört hatte, versuchte ich ein paar Wochen Vollgas zu geben und vor Allem meine Bachelor-Arbeit so weit wie möglich voran zu bringen. Auch sonst stellte ich viel unter das Motto “Ich bin schwanger und nicht krank. Ich kann alles machen”. Überraschung: Das hat nicht geklappt. In der 24. Woche fing der Gebärmutterhals an sich zu verkürzen und ich hatte frühzeitige Wehen. Also hieß es erneut das volle Schonprogramm aufzufahren. Ich merkte teilweise schon nach ein paar Schritten vor die Tür, dass es zu viel wurde. M. musste wahnsinnig viel übernehmen und Kind 1 musste leider auch manches Mal zurück stecken.
Ich habe ihm so gut es ging erklärt, dass ich ihn nicht mehr tragen kann, dass ich mich manchmal einfach hinsetzten muss und dass ich auch leider auch nicht so viel hüpfen und umfallen spielen kann, wie er es gerne hätte. Er hat das nach einigen Wochen akzeptiert und sucht sich für diese Aktivitäten nun eben M. Wie weit das unsere Beziehung belastet weiß ich noch nicht. Ich hoffe natürlich, dass ich die Defizite durch Autos spielen auf dem Teppich und kuschelnd Bücher lesen auf dem Sofa ausgleichen kann.
Inzwischen bin ich in der 36. Schwangerschaftswoche. Wehen sind also überhaupt kein Problem mehr und es sind auch genug Übungswehen da. Die kamen mir in der letzen Schwangerschaft nicht so intensiv vor. Verändert sich da was? Kind 2 liegt auf jeden Fall mit dem Kopf schonmal fest im Becken. Er könnte noch etwas zunehmen. Die Ärztin schätzt ihn auf 2200 Gramm im Moment, womit er unter der normalen Wachstumskurve liegt, seiner eigenen Kurve aber treu bleibt. Also kein Problem und ich werde mich über ein leichtes, eher zierliches Kind gewiss nicht beschweren.
Achja, richtig. Es wird ein Junge 🙂 Das verkompliziert bei uns die Namenssuche, da wir einen Mädchennamen sozusagen noch in Reserve gehabt hätten. Aber wir nähern uns auch da langsam dem Ziel und haben nun einen Short-List mit drei Namen. Da sollte sich in den nächsten vier Wochen noch ein Favorit herauskristallisieren können. Kind 1 möchte seinen kleinen Bruder übrigens “Effroff” nennen. So heißt auch seine Puppe und ich habe keine Ahnung, wie er auf diese Idee gekommen ist, aber er bleibt beharrlich dabei. Ansonsten schwankt er glaube ich zwischen Aufregung darüber ein großer Bruder zu werden und Skepsis, was da genau auf ihn zukommt. Wir sprechen auch immer wieder an, dass Babys am Anfang eigentlich nur schreien und schlafen und vor allem keine Spielgefährten sind. Dass die zwar wirklich niedlich und klein sind, es aber auch mal ganz schön anstrengend mit ihnen werden kann. So richtig und zu 100% vorbereiten können, werden wir Kind 1 wohl nicht, aber ich hoffe sehr, dass es ihn nicht vollkommen aus den Latschen hauen wird und er eine gute Bindung zu seinem Bruder herstellen kann, wenn der erstmal da ist.
Vorbereitungen für Babys Ankunft haben wir noch kaum getroffen. Ich rechne irgendwie fest damit, dass sich hier vor Mitte November nichts tun wird. Dieses Gefühl speist sich einzig und allein aus der Tatsache, dass Kind 1 sich auch verdammt viel Zeit ließ und seine Geburt schließlich 9 Tage nach dem ET auf meinen Wunsch hin eingeleitet wurde. Auf eine Einleitung würde ich diesmal gerne verzichten und stelle mich deshalb jetzt schonmal auf eine lange Wartezeit ein. Mal gucken, wie es dann letzten Endes kommt. Meistens ja anders als man denkt. Ich werde versuchen, euch auf dem laufenden zu halten.

Studium
Ich sagte ja schon, das vom Power-Bachelor-arbeiten vorzeitige Wehen kamen. In Absprache mit meinen Psychologen und der Frauenärztin, habe ich dann beschlossen, diese Arbeit erstmal ruhen zu lassen und mich auf die Schwangerschaft zu konzentrieren.
Natürlich war das die vernünftige Entscheidung und sobald ich die Besuche in der Bibliothek eingestellt hatte, entspannte sich auch die Lage in meinem Bauch. Ein gewisses Gefühl der Wehmut und Enttäuschung darüber, dass mein Studium nun aber noch ein weiteres Jahr dauern wird, kann ich auch nicht leugnen. Irgendwie fühlt sich das nach Versagen an. Ein doofes Gefühl, keine Frage. Zu ändern ist die Tatsache nun aber auch nicht mehr und auf der positiven Seite stehen die ganzen Vorteile, die ich habe, wenn mein Studierendenstatus noch ein Jahr lang erhalten bleibt.

Das waren jetzt tatsächlich die Hauptthemen. Es ist darüber sehr spät geworden. Über die Entwicklung von Kind 1 und konkrete Geburtsvorbereitungen werde ich in weiteren Beiträgen schreiben. Hoffentlich kann ich mich nächste Woche dazu aufraffen. Oh meine Güte, klingt das faul…

Schalom!

nette Menschen, liebe Gesten

Heute hat mich eine befreundete Mutter angesprochen. Ihre Tochter feiert am Montag ihren Geburtstag im Kindergarten in der Gruppe, die auch Kind 1 besucht. Nun verhält es sich ja so, dass Kind 1 eine erhebliche Anzahl an Allergien hat. Diese Mutter fragte mich nun nach einem Rezept für einen Kuchen ohne Milch, Ei, Weizen und Nüsse. Sie würde den gerne backen, damit Kind 1 einfach den gleichen Kuchen essen kann, wie alle anderen.
Normalerweise bekommt er anderen Kuchen, den ich  mal auf Vorrat gebacken habe und der im Kindergarten eingefroren ist. Bei jedem essen, dass es im Kindergarten gibt, bekommt er einen separaten Teller mit einer Alternative zu dem, was alle Anderen essen. Zu jeglichen anderen Veranstaltungen bringe ich Kind 1 immer eigenes Essen mit.

Ich bin extrem gerührt von der Bereitschaft dieser Mutter einen Mehraufwand auf sich zu nehmen und den gesamten Geburtstagskuchen ihres Kindes an die Bedürfnisse meines Kindes anzupassen! Da hat bisher noch nie jemand dran gedacht und ich weiß jetzt schon, wie sehr sich Kind 1 über die Tatsache freuen wird, dass er das was alle haben auch essen kann. Er fragt bei allen Nahrungsmitteln die er zu sich nimmt vorher: “Darf ich das?” und wenn dies verneint wird, isst er es auch nicht. Wenn man allerdings “Ja” sagt und dann noch jemand anderes genau das Gleiche isst wie er, ist das das Highlight seines Tages. Daran sieht man denke ich, wie stark seine Allergien ihn beschränken und was für ein großes Glück es bedeutet, wenn jemand anderes einfach nur aus Nettigkeit einen Umweg in der Essensplanung nimmt.
Hab ich schon gesagt, wie sehr mich dieser Gedanke rührt? Es haut mich geradezu um.