nette Menschen, liebe Gesten

Heute hat mich eine befreundete Mutter angesprochen. Ihre Tochter feiert am Montag ihren Geburtstag im Kindergarten in der Gruppe, die auch Kind 1 besucht. Nun verhält es sich ja so, dass Kind 1 eine erhebliche Anzahl an Allergien hat. Diese Mutter fragte mich nun nach einem Rezept für einen Kuchen ohne Milch, Ei, Weizen und Nüsse. Sie würde den gerne backen, damit Kind 1 einfach den gleichen Kuchen essen kann, wie alle anderen.
Normalerweise bekommt er anderen Kuchen, den ich  mal auf Vorrat gebacken habe und der im Kindergarten eingefroren ist. Bei jedem essen, dass es im Kindergarten gibt, bekommt er einen separaten Teller mit einer Alternative zu dem, was alle Anderen essen. Zu jeglichen anderen Veranstaltungen bringe ich Kind 1 immer eigenes Essen mit.

Ich bin extrem gerührt von der Bereitschaft dieser Mutter einen Mehraufwand auf sich zu nehmen und den gesamten Geburtstagskuchen ihres Kindes an die Bedürfnisse meines Kindes anzupassen! Da hat bisher noch nie jemand dran gedacht und ich weiß jetzt schon, wie sehr sich Kind 1 über die Tatsache freuen wird, dass er das was alle haben auch essen kann. Er fragt bei allen Nahrungsmitteln die er zu sich nimmt vorher: “Darf ich das?” und wenn dies verneint wird, isst er es auch nicht. Wenn man allerdings “Ja” sagt und dann noch jemand anderes genau das Gleiche isst wie er, ist das das Highlight seines Tages. Daran sieht man denke ich, wie stark seine Allergien ihn beschränken und was für ein großes Glück es bedeutet, wenn jemand anderes einfach nur aus Nettigkeit einen Umweg in der Essensplanung nimmt.
Hab ich schon gesagt, wie sehr mich dieser Gedanke rührt? Es haut mich geradezu um.

12 von 12 im April

12 von 12 im April

Hui, schon ist es April. Meine Bettruhe ist seit gestern aufgehoben und heute hatte ich meinen ersten wieder richtig aktiven Tag. Deshalb konnte ich auch fotografieren.

IMG_1021

 

Die Nacht war eher unruhig. Dementsprechend kann man hier ein leeres Kinderbett und das Kind in meinem Bett schlafen sehen.
Das Aufwachen ist nicht leicht heute und es dauert eine halbe Stunde, bis das Kind bereit ist, Kleidung anzuziehen. Ich kann das sehr gut verstehen. Wer steht schon gerne auf? Hoffentlich hält sich dieser Spirit bis zum Wochenende 😉

IMG_1024

 

 

Frühstück: Heute sollte es zuerst ein Brot und dann doch lieber Kokosjoghurt sein. Inzwischen geht bei Joghurt in die Schüssel schaufeln allerdings kaum noch was auf Pulli, Hose oder Stuhl. Das bereits getoastete Brot gab es dann einfach zum Abendessen.

 

IMG_1027

 

 

 

Das Kind ist sehr stolz darauf, dass seine Schuhe grün sind, genau wie die von M.

 

IMG_1032 Mein Teil der morgendlichen Familienarbeit ist hiermit getan. M. bringt ihn zur Kita und ich gehe in die Wohnung zurück, die sich dann jeden morgen so merkwürdig ruhig anfühlt. Verdoppelt sich diese Ruhe dann eigentlich, wenn man morgens zwei Kinder erfolgreich auf den Weg zur Kita gebracht hat?

 

 

 

IMG_1034

In letzter Zeit komme ich überhaupt nicht gut mit meiner Bachelorarbeit voran. Heute habe ich eine halbe Seite darüber geschrieben, welchen Machtbegriff Laclau verwendet. Das ist nicht viel, aber viel mehr, als ich an all den Tagen der letzten Woche zusammen geschrieben habe.
Eine Freundin riet mir, eine imaginäre Deadline für die Arbeit zu setzen und eine Belohnung festlegen, sollte das klappen. Die Deadline könnte der 16.6. sein. Da startet hier ein schönes Festival in der Stadt. Die Frage ist jetzt nur, ob ich wirklich so hart zu mir sein will und mir den Besuch des Festivals nur bei abgeschlossener Arbeit erlauben soll. Mal gucken.

IMG_1035

 

Mir wird ein Second-Hand Osternest angeboten. Das nehme ich gerne für Sonntag.

Ich bin sowieso mal gespannt, wie das Kind auf Ostern reagieren wird. Bislang ist mir nicht ganz klar, ob er eine Vorstellung davon hat, was passiert. Oft kriegt er aber auch viel mehr mit, als ich denke und weiß dann genau Bescheid. Also werden wir noch ein paar Mal “Jakob freut sich auf den Osterhasen” lesen und hoffentlich schöne Feiertage haben.
IMG_1036

Da meine Ärztin mir gestern verkündete, mit der Schwangerschaft und dem Baby sei alles in Ordnung (Es hat schon die elfte Schwangerschaftswoche angefangen, ist das zu fassen?) und ich könne aufhören mich zu schonen, verabrede ich mich, mit einer Freundin und ihrer Tochter in den Zoo zu gehen. Für uns beide gibt es eine große Kanne Ingwertee und für die Kinder Obst.

 

 

IMG_1038

Zuerst muss ich mit dem leeren Kinderwagen zur Kita laufen, denn M. nimmt morgens meist aus Bequemlichkeit das Auto. Mit Kinderwagen ohne Kind komme ich mir immer ziemlich blöd vor. Aber heute war die Bahn glücklicher Weise nicht so voll, sodass ich zumindest niemandem Platz weggenommen hätte.

 

 

IMG_1046

 

 

Der eigentlich Plan im Zoo war, den Spielplatz anzusteuern und es ruhig angehen zu lassen. Stattdessen war ich dann die ganze Zeit auf den Beinen. Zwar haben wir langsam gemacht, aber ich merke am Abend doch, dass es nach drei Wochen wirklich wenig tun einfach zu viel war.

 

IMG_1039

 

 

Ich liebe die Atmosphäre in so großen Aquarien. Das Licht ist so schön dunkel und bläulich. Die meisten Menschen sprechen instinktiv gedämpfter und die Fische sehen auch häufig aus als wären sie tiefenentspannt.

 

 

 

 

IMG_1043

Zu Hause entdecken wir kurz vorm zu Bett gehen des Kindes, dass der Avocadokern auf der Fensterbank einen kleinen Keim hat. Das ist eine große Freude. Der letzte Kern ist nämlich leider nichts geworden.

 

 

Leider entdecke ich auch, dass mein Gefühl, etwas viel auf den Beinen gewesen zu sein nicht falsch war. Ich hatte wieder eine leichte Blutung. Erstmal mache ich mir da wenig Sorgen drum, da es eindeutig altes Blut ist. Sollte es mehr werden oder morgen noch da sein, gehe ich natürlich umgehend zur Ärztin. Und außerdem schmeiße ich das Schonprogramm wohl wieder an.

IMG_1047

 

Als ich damit fertig bin, das Kind in den Schlaf zu begleiten, ist M. schon aufgebrochen zu einem Spieleabend der jeden Mittwoch stattfindet. Ich erwähnte auf dem Heimweg allerdings, dass mir der Sinn nach Fast Food stünde, also hat er mir ein großes Sandwich besorgt 🙂

 

 

Ich hoffe ihr hattet trotz des nicht so schönen Wetters einen schönen Tag und euch stehen ein paar fröhliche und entspannte Osterfeierlichkeiten bevor. Sofern ihr denn feiert. Ansonsten, schonmal ein schönes langes Wochenende.

 

Entwicklungen

Hier entwickelt sich grad einiges und alles kommt auf einmal. Nur Zeit uns Muße, um darüber zu schreiben finde ich nie. Deshalb wird dieser Beitrag sicher auch nicht vollständig, aber wenigstens ein bisschen möchte ich euch auf dem Laufenden halten. Wenn ich es genauer betrachte, sind es auch nur zwei Sachen. Die sind dafür aber riesig. Zumindest in meinem Kopf.

1. Wir ziehen um!

Die letzten zwei Jahre haben wir in einer WG gewohnt. Die Motivation dazu lag für uns auf der Hand: Je mehr Menschen sich um das Kind kümmern können, desto besser für alle. Geteilte Kosten in Miete, Einkauf, sonstiger Lebenshaltung und geteilter Aufwand bei waschen, putzen, kochen, sonstigen Alltagsaufgaben. Im ersten halben Jahr hat das auch richtig gut geklappt. Wir hatten recht viel Spaß und recht wenig Ärger.
Dann bin ich in eine depressive Episode abgedriftet und es wurde richtig schwer. Noch schwerer als sonst, Meine Mitbewohner_innen stehen mir einfach nicht so nah, dass ich mit ihnen über meinen Zustand und meine Gedanken hätte reden wollen. Das Resultat daraus war, dass ich mich abweisend verhielt und mich zurück zog. Es wurde für mich zum Problem, dass es überhaupt wenig Rückzugsorte gibt. Auch in nicht geteilte Zimmer, kam ständig jemand rein. Nach einiger Zeit geschah dies zwar mit vorherigem anklopfen, trotzdem hatte ich das Gefühl, mich nie fallen lassen zu können. Nie meiner Verzweiflung nachgeben und einfach heulend zusammenbrechen, denn immer könnte jemand vorbei kommen und das störte mich extrem. Ich wurde aggressiv und die allgemeine Stimmung verschlechterte sich. Meine depressive Episode hielt etwas vier Monate, danach war die WG nie wieder die gleiche und für M. und mich war eigentlich klar, dass wir raus wollten. Schade dass es nicht geklappt hat in anderen WGs vorher war das anders, aber uneingeschränkte Privatsphäre war in diesem Fall eine notwendige Bedingung, die durch verschiedenste Umstände nicht erfüllt werden konnte.
Der Mietvertrag lief über mindestens zwei Jahre, wir hielten also noch ein weiteres Jahr durch und machten uns dann im Januar diesen Jahres auf die Suche nach einer neuen, eigenen Wohnung. Und wir haben eine gefunden! Direkt neben einem Park mit Spielplatz. Große und helle dreieinhalb Zimmer. Seit letzter Woche haben wir die Schlüssel. Bis Ende Mai muss die jetzige Wohnung geräumt sein. Das lässt viel Zeit für einen Umzug.
Wir versuchen, diese Zeit möglichst entspannt anzugehen, auch wenn sich Umzug und Entspannung für mich nach einem Widerspruch anhört. Als erstes möchte M. ein Bücherregal im Wohnzimmer bauen. Dann sollte unsere neue Matratze geliefert werden. Die ist 2×2 Meter und wird unser schönes neues Familienbett werden. Meine Schwiegereltern haben noch zwei Lattenroste, je 1 Meter übrig, die sie uns zur Verfügung stellen. Als nächstes werden wir ein altes Sofa von M.s Onkel bekommen, dass wir neu beziehen lassen. Wenn das da ist, ist das Wohnzimmer schon fast komplett. Da fehlt dann nur noch die Kinderecke. Es wird vorerst in der neuen Wohnung nämlich kein Kinderzimmer geben, da wir es schöner finden einen gemeinsamen Aufenthaltsraum zu kreieren. Sobald das Kind dann älter ist und einen eigenen Rückzugsort braucht, der nicht mehr einfach das Bett sein kann, wird das Arbeitszimmer zum Kinderzimmer werden und die Kinderecke im Wohnzimmer zur Arbeitsecke. Die Sachen des Kindes werden wir an einem Umzugstag holen, an dem auch Kleiderschrank, Schreibtisch und Computer und die Küche bewegt werden sollen. Ich denke das ist machbar. Vorbereitend dadrauf werden wir in diversen Möbelhäusern vorher schon ein Regal für Spielzeug, einen Wäscheschrank, einen Badezimmerschrank, eine Garderobe und Esszimmermöbel besorgen. Ich finde, dass klingt nicht nach besonders viel Stress, da wir mehrere kleinere Schritte geplant haben. bis das große Projekt Wohnung fertig ist.
Ich bin sehr gespannt, ob das alles so klappt und freue mich schon wahnsinnig auf unser neues Familienleben, endlich nur in der Familie.

2. Wir bekommen ein Baby!

Das war ja nun zu erwarten, nachdem ihr die Ovulationstests in den 12 von 12 im Februar gesehen habt. Aber natürlich ist es trotzdem eine riesengroße, wirklich tolle Nachricht. Heute bin ich ca. bei 7+4. So genau ist das aber noch nicht ermittelt, da mein Zyklus immer länger als 28 Tage war und der Eisprung auch nicht genau standartmäßig stattfand. Ich tippe auf den 11. November als endgültig errechneten Geburtstermin. Wie wir bei Kind 1 (jetzt muss ich schon anfangen sie durchzunummerieren :-D) gelernt haben, halten die kleinen Würmchen sich ja eh nicht an solche Rechnungen. Also stelle ich mich mal auf irgendwann im November ein. Das wird dann schon passen.
Ich merke jetzt schon, dass diese Schwangerschaft deutlich schneller an mir vorbeiziehen wird als die letzte. Mit Kind 1 bin ich halt gut beschäftigt und hatte in den allerersten Wochen gar keine Möglichkeit das Ergebnis des Tests auf mich wirken zu lassen. Diese Möglichkeit hat sich dann allerdings letzte Woche ergeben, als ich Blutungen hatte und meine Frauenärztin mit eingeschränkte Bettruhe verordnete. Das gestaltet sich mit einem quirligen und natürlich forderndem Kleinkind gar nicht mal so leicht. Aber eine gute Freundin zog hier kurzfristig mit ein und wuppte bewundernswerter Weise einen Großteil der Kinderbetreuung. Haushalt blieb eben größtenteils liegen. Ich hatte also plötzlich mehr als genug Zeit nachzudenken und merkte, dass ich mich schon komplett auf die Tatsache eingestellt hatte, dass ein neues Mitglied  schon zu Weihnachten unsere Familie bereichern würde. Glücklicher Weise hörten die Blutungen nach einer Woche auch auf und es war zu keinem Zeitpunkt frisches Blut, sodass es wohl wirklich auf zu viel Stress zurückzuführen ist und ich dem Thema Fehlgeburt oder früher Abgang erstmal weiterhin ausweiche und davon ausgehe, dass alles gut ist. Der nächste Arzttermin ist am 11.April und ich bin schon sehr gespannt. Ich glaube da müsste es einen Ultraschall geben und das Kind (Kind 2, um es mal zu sagen) sollte um die 3 cm groß sein. Also schon ordentlich mehr, als die 0,5 cm vom letzen Mal.
Ich hab übrigens das Gefühl, es wird ein Mädchen. Bei Kind 1 lag ich mit meinem Gefühl richtig. Ich bin gespannt. Die Wahrscheinlichkeit ist ja immerhin 50/50.
Ansonsten werden wir es um Ostern rum einer breiteren Öffentlichkeit mitteilen und dann soll Kind 1 auch erfahren, dass er großer Bruder wird. Ich bin wahnsinnig gespannt, wie er die Nachricht auffasst und ob ihn das überhaupt weiter interessieren wird. Falls irgendjemand Tipps hat, wie man einen 3-jährigen auf ein Geschwisterkind vorbereitet, immer gerne her damit. Vielleicht bekommt er zum Geburtstag im September eine Babypuppe? Auch wenn er sich im Moment überhaupt nicht für Puppen interessiert, könnte es ja nicht schaden ihm was zur Imitation an die Hand zu geben.
Glücklicher Weise ist das alles noch sehr weit weg und ich kann mich noch 20 mal umentscheiden. Und fürs erste widme ich mich der Entspannung und der Umzugsplanung.

🙂

12 von 12 im Februar

Ich dachte es wird Zeit für ein bisschen mehr Alltags-Zeug im Blog und das 12 von 12 Projekt reizte mich. Hier also mein Versuch 🙂

img_0663

 

Gestern bin ich mit dem Kind früh aufgestanden, also ist heute M. dran. Die Beiden diskutieren noch, was man jetzt spielen könnte.

 

 

 

img_0667

Als ich gegen halb zehn (!) aufstehe, lesen sie grade zum gefühlt 20sten Mal “Jakob fährt Zug”. Ich glaube wir brauchen einen Nachschub an Jakob-Büchern.

 

 

 

 

img_0670

Frühstück. Ab hier wurde übrigens nur noch die Banane und die Rosinen gegessen. Wenn jemand eine Idee hat, was ich mit angegessenen und beschmierten Brotscheiben noch machen kann, bitte immer her damit. Jeden Tag eine morgens und eine abends wegzuwerfen, finde ich nämlich eigentlich gar nicht chic.

img_0668

 

Hatte ich neulich eigentlich behauptet, es läuft bei uns und die durch Autonomiebedürfnis bedingten Wutanfälle halten sich in Grenzen? Tja, wer hätte es gedacht. Asche auf mein -Haupt. Wie könnte es anders sein? Im Moment schmeißt das Kind ständig Dinge runter oder um sich.

 

img_0673

 

Die Knöpfe allerdings sind explizit zum runterschmeißen gedacht. Das Kind verwaltet nun meine Knopfsammlung und hat viel Spaß dabei. Die Knöpfe sind im Kinderzimmer deutlich besser aufgehoben als in meiner Nähkiste, wo sie doch nur jahrelang auf ihren Einsatz warten müssten. Das Thema “Kinder brauchen eigentlich kein Spielzeug.” beschäftigt mich momentan sowieso, aber bislang ist es eher ein “Das Kind braucht doch nicht sooo viel Spielzeug, wie es hat.”. Mal gucken, wohin sich das noch entwickelt.

 

img_0680

 Mittagsschlaf. Etwas Zeit für mich allein. Ich hab nämlich noch Dinge zu erledigen.

img_0681

Heute starte ich für diesen Zyklus mit Ovulationstests. Diesen Monat tatsächlich nur, um etwas Vorlauf zu haben und nächsten Monat dann hoffentlich eine Regelmäßigkeit festzustellen. Ab März wollen wir dann auch tatsächlich versuchen ein zweites Kind zu bekommen 🙂

Hier bilde ich mir übrigens eine ganz zarte rosa Linie im Testfenster ein. Das würde mit meinen Berechnungen übereinstimmen. Mal gucken, was die nächsten Tage bringen.

img_0682

Den Rest der Mittagsschlafszeit verbringe ich mit häkeln. Das Kind wird zu Karneval als Drache gehen und ich dachte eine Puppe im gleichen Kostüm wäre schön.

img_0687Kaum ist das Kind wieder wach, kommen die Großeltern vorbei. Wir gehen was essen und ein bisschen spazieren. Besonders seinen Großvater liebt das Kind sehr. Leider habe ich einige Probleme mit ihm, da er unsere Regeln oft missachtet, seine eigenen aber unumstößlich sind und er gerne lang und ausführlich über Werte schwadroniert, die er dem Kind mitgeben möchte. Aber Schwiegereltern sind nunmal so ein Thema für sich.

img_0678

Wieder zu Hause wird das Duplo-Superheldenset noch etwas bespielt. (Und kurz nachdem dieses Foto entstand, war die Brücke auch schon zerstört.)

Nachdem das Kind im Bett ist, bereitet M. noch einen nicht kindgerechten Nachtisch zu. (Es geht hier übrigens nicht um den ganzen Zucker, sondern darum, dass das Kind gegen img_0691Milch allergisch ist.)

Und die kleine Drachenpuppe bekommt ein Paar Ohren. Damit sieht sie schon deutlich puppenartiger aus. img_0690

Mehr 12 von 12 gibt es natürlich bei Draußen nur Kännchen.

Einen schönen Start in die Woche allerseits.

 

Zukunft, die weitere

Ich sitze in der Bibliothek mit wahnsinnig schlechter Internetverbindung und müsste eigentlich die Präsentation meines Exposés vorbereiten, die ich morgen halten muss.

Stattdessen notiere ich mir Geschenkideen (Weihnachten kommt bestimmt wieder so vollkommen unvorhergesehen) und google wie lang ich nach Frankfurt bräuchte. Vollkommen ohne Zusammenhang.

Außerdem mache ich Pläne dafür endlich mal richtig stricken zu lernen. Eine Freundin von mir bekommt nun nämlich ihr zweites Kind und ich finde keine richtig schönen Häkelanleitungen für Babykleidung, nur großartige Strickmuster.

Ich hab sogar grade eine Stellenausschreibung des Ministeriums für Bildung und Innovation angeguckt und überlegt, ob ich mich da bewerben soll.

Man merkt, diese Themen liegen eher weit auseinander, aber sie sind ein perfekter Einblick in meinen Kopf.

Ich habe das Gefühl, mit dem stringenten, konzentrierten und wissenschaftlichen Denken ist es nach dreizehn Semestern nun einfach vorbei. Ich will nicht mehr. Deswegen werde ich wohl auch in den nächsten zwei Jahren keinen Masterabschluss mehr anstreben. Es gibt einfach so viel anderen Kram, den ich gerne machen möchte. Leider involviert das wenigste davon Geld verdienen. Das macht mir etwas Sorgen, da es mir eigentlich widerstrebt, mich finanziell von M. abhängig zu machen. (Bislang bin ich mit Halbwaisenrente und Ersparnissen über die Runden gekommen.) Zum Einen finde ich es unfair, ihn diesem Druck auszusetzen eine Familie alleine ernähren zu müssen. Zum Anderen denke ich mit Schrecken daran, dass ich dann auch quasi keine Rente bekommen werde. Also muss ich in die Realität zurückkehren, einen Teil meiner verrückten Ideen begraben und werde mir ab dem Sommer irgendwo einen Teilzeitjob suchen.

Gleichzeitig möchten wir aber gerne nach Beendigung meines Studiums versuchen ein zweites Kind zu bekommen. Ich werde also sehen, was zuerst klappt: Job oder Schwangerschaft. Gegen zwei Jahre Aufschub der Jobsuche hätte ich auch nichts einzuwenden. Wir werden sehen was kommt.

Dazu passend haben wir angefangen nach einer neuen Wohnung zu suchen. Die WG-Zeit ist für uns nun einfach endgültig vorbei. Wir möchten mehr Privatsphäre und die Möglichkeit unser Leben nach unseren eigenen Regeln gestalten zu können. Wir suchen nach vier Zimmern und würden einen Balkon oder Gartenmitnutzung gerne in Anspruch nehmen. Ich freue mich sehr darauf. Jede neue Wohnung fühlt sich immer ein bisschen nach Neuanfang an. So viel weiße Wände zu gestalten, so viel Fläche mit dem eigenen Leben zu füllen 🙂 Leider muss ich mich oft daran erinnern, dass es sich noch gut ein halbes Jahr hinziehen kann, bis wir tatsächlich etwas gefunden haben und umziehen können. Aber auch hier werden wir erstmal sehen was kommt. Das könnte man wahrscheinlich zusammenfassend als Motto für unser Jahr 2017 nehmen: “Wir sehen mal, was kommt.”

Viel mehr gibt es glaubich nicht auf den neusten Stand zu bringen. Das Kind entwickelt sich prächtig. Er löst im Moment für sein Leben gern Puzzle. Jeden Abend vier 24-Teile Puzzle. Ich bin fasziniert, was er sich alles merken kann.
Scheinbar soll es nach dem zweiten Geburtstag ja richtig hart losgehen mit der Autonomiephase. Und natürlich möchte das Kind viel alleine machen, aber das sind Sachen, die sich gut in unseren Alltag einbauen lassen. Von starken Machtkämpfen kann ich nicht berichten, wir verstehen uns eigentlich grade prächtig, haben ein relativ harmonisches Familienleben und ich fänds super, wenn es noch lange so weiter läuft. Aber wer weiß, ich will mal nichts beschreien und gucke, wie es läuft, wenn das Kind zweieinhalb (was in zwei Monaten soweit ist…) oder drei ist.

Ein kleiner Beitrag

Ich habe grade einen Anruf bekommen. Ab nächster Woche Mittwoch kann ich anfangen in einer privaten Initiative hier, geflohene Kinder zu betreuen.
Die Gruppe ist zweigeteilt. Alle Kinder haben aus den unterschiedlichsten Gründen keinen Schulplatz. Es gibt jüngere Kinder, die spielerisch an die Sprache und ans Lernen heran geführt werden. Es gibt ältere Kinder, die darauf brennen zur Schule gehen zu können und die deshalb tatsächlich unterrichtet werden.
Nächste Woche werde ich hospitieren, die Kinder und die anderen Ehrenamtlichen kennen lernen und dann kann ich zweimal in der Woche dorthin gehen und helfen. Ich freue mich so sehr einen Beitrag leisten zu können. Grade nachdem ich vorher fast weinend in der Bibliothek gesessen habe, als ich von den größtenteils rassistischen Übergriffen einen Tag nach der Trump-Wahl gelesen habe. Ich kann dafür sorgen, dass einige Kinder sich willkommen und ernst genommen fühlen. Ich kann zu ihrem Start ins Bildungssystem beitragen und dafür sorgen, dass ihre Chancen so gut wie möglich stehen. Es ist immerhin ein kleiner Beitrag den ich leisten kann. Ich freue mich darauf.

Zukunft, die nächste

Nachdem ich das Praktikum gegen Ende doch relativ entspannt hinter mich gebracht habe, dachte ich, dass ich vielleicht ruhige zwei Monate verleben kann. Ohne Stress Weihnachten mit Karten und Geschenken und Fensterbildern und Adventskalender und allem Tralalala vorbereiten. Ein bisschen basteln, ein bisschen häkeln, ein bisschen meditieren. Dinge für mich und mein Wohlbefinden tun.
Dann war ich in der ersten Sitzung des Kolloquiums für die Bachelor-Arbeit und musste einsehen, dass das so wohl leider nichts wird.
Bis Mitte November muss sowieso noch ein Buchbeitrag fertig sein, und bis dahin sollte ich auch einen Zweitprüfer für die BA gefunden haben, ein erstes Abstract soll bis Ende des Monats fertig sein und im Januar dann das Exposé mit ausführlicher Gliederung und Literaturliste.
Das ist natürlich alles gut schaffbar und auch super, dass ich die Zwischentermine habe, die meinen Zeitplan strukturieren. So ist es tatsächlich realistisch, dass ich im März insgesamt fertig werde.
Im Moment stresst es mich aber. Hauptsächlich der Buchbeitrag. Dafür muss ich echt noch einiges tun und sollte irgendwas dazwischen kommen, wie beispielsweise ein krankes Kind, dann werden Nachtschichten nötig… Wer möchte das schon gerne?

Neulich hab ich mal in den Spiegel geguckt und gemerkt, wie müde und kaputt ich eigentlich aussehe. Das hat mir schon irgendwie einen Stich versetzt und ein bisschen Entspannung zwischendrin hätte ich mir auch deshalb einfach gewünscht.
Tja, vielleicht nach Abgabe der BA. Aber das ist ja eher weiter entfernte Zukunft, ob es überhaupt sinnvoll ist, die jetzt schon zu planen?